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Chulha

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19
Feb.

Chulha

Faszinierende ländliche Küche - traditioneller Lehmofen

Besonders in den ländlichen Gegenden Nordindiens ist der traditionelle Lehmofen in unterschiedlichen Designs täglich in Gebrauch.

Bereits früh morgens wird gekocht! Das Holzfeuer wird angeschürt und die Familie mit Reis, Dal (einer indischen Linsensuppe), Gemüse und Fladenbrot versorgt. 


Das typische nordindische Frühstück auf dem Land.

Dieser Ofen aus Lehmerde und gehechseltem Stroh wird von jeder Familie selbst von Hand angefertigt. Einmal nicht mehr funktionsfähig, ist die Entsorgung kein Problem und eine Neuanschaffung ebenso wenig!


Natur - pur!

Heute wollen wir einmal bei dem Bau des Lehmofens  von unserem Samosawala Raju zuschauen:

Zuerst heißt es einmal den richtigen Bauplatz suchen. In der Sonne muss er sein, damit der Ofen auch gut trocknen kann. Erst einmal fertiggestellt, kann er dann problemlos versetzt werden.

Aber jetzt geht´s ans Werk!

Gebraucht werden nur zwei 10 l Eimer voll lehmiger Erde und ein Eimer gehechseltes Stroh. Die Erde wird mit Wasser und Stroh zu einer zähen Masse verknetet.

 Anschließend werden immer drei Hände voll Baumaterial zu einer länglichen Rolle geformt und diese hufeisenförmig auf einen freien Platz gelegt. Der Durchmesser des Hufeisens wird von der Größe des Kadhais bestimmt, der verwendet werden soll. Also erst einmal den Kadhai her holen, Maß nehmen… ja gut passt!

Nach und nach werden nun immer wieder neue Rollen geformt, aufeinander gestapelt und miteinander am Rand verschmiert. Hat die Konstruktion eine Höhe von ca. 20 cm, wird erst einmal eine Pause eingelegt. Gut Ding will Weile haben. Der Ofen muss etwas antrocknen – sonst besteht doch tatsächlich Einsturzgefahr.

Weiter - mit neuem Elan!

Mit neuem Elan wird der Ofen am nächste Tag fertiggestellt. Nach einer Gesamthöhe von ca. 30 cm werden an den beiden offenen Enden und in der Mitte der Rundung drei Erhebungen ausgeformt, um dem Kadhai guten Halt zu geben und richtigen Zug zu gewährleisetn.

Die Grundkonstruktion ist nun geschafft! Nun geht es noch an die Verschönerungen – das Verputzen. Mit feuchten Händen wird Erde mit etwas Wasser an den Außen- und Innenflächen gerieben bis eine glatte Oberfläche entsteht. Und jetzt steht er da, in aller Pracht: 

Der selbstgemachte Lehmofen!

Bevor man ihn benutzen kann muss er allerdings noch gut ein bis zwei Wochen im Sonnenschein trocknen und natürlich vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Erst einmal gut ausgetrocknet kann der Lehmofen problemlos versetzt werden.

Also sehr flexibel – heute hier und morgen dort!

Und nun kommt der große Moment

Der Ofen wird das erste mal angeschürt! Samosawala Raju schafft Feuerholz heran.

Los geht’s mit dem Kochen!


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